Thomas Wörsdörfer - Bildender Künstler & Grafiker - Kunst aus dem Lahn-Dill-Kreis

 • Tel.: 0170 / 9 07 91 09

Die Abbildung oben zeigt ein Foto einer angefangenen Arbeit, die - wenn alles klappt - bei einer Ausstellung im KiZ in Gießen zu sehen sein wird. Eine Gemeinschaftsausstellung des "Oberhessischen Künstlerbundes" mit dem Thema: "Order / Disorder".
Es sind zwei Wehrmachtssoldaten aus der Nazi-Zeit mit Gasmasken zu sehen, Rücken an Rücken. Durch die skurile Anordnung soll der Eindruck entstehen: "Och, nee, nicht schon wieder, das ist doch lächerlich, die Zeiten sollten doch nun wirklich vorbei sein". Der Krieg ist einer der größten Unordnungen, von Menschen verursacht, die es gibt. Passend zum Thema "Order / Disorder" ist die Ordnung der Soldaten bewusst disharmonisch.
 
 

"The eyes of war
" ...

ist ein ganz toller Fotobildband mit Fotografien blinder  Menschen, die im Zusammenhang mit einem Krieg erblindet sind. Fotograf und Buchautor ist Martin Roemers. Erschienen im Hatje Cantz Verlag (ISBN 978-3-7757-3400-4).

Ich zeichne 6 Porträts daraus und achte dabei auf möglichst viele Details. Dies hier ist die 3. Zeichnung. Oben ist die Zeichnung zu sehen, unten die ausgedruckte Vorlage, die in ein Rastergitter unterteilt ist.

Die Arbeit an solchen Porträts ist immer auch eine Auseinandersetzung mit dem Charakter eines Menschen, vor allem in Bezug auf sich selbst. Da man den Menschen ja persönlich nicht kennt, projeziert man einen fiktiven Charakter von sich aus hinein.
     

Kohlezeichnung - Blinder Mann
 
Wenn alle sechs Zeichnungen fertig sind, wird ihnen vermutlich noch etwas konträr entgegengestellt, so dass daraus eine weiterführende Installation entsteht, die im Atelier aufgebaut werden kann. Was, steht noch nicht fest.


"Der Seher" ...

ist das 2. Porträt, das in der Serie entstanden ist. Die Auststrahlung des Porträtierten hat etwas von "Cäsar", dem römischen Kaiser.

Für mich ist es der "Seher", weil er trotz seiner Blindheit über alles im Bilde ist.
     
The eyes of war - Installation   Alle sechs Zeichnungen sind fertig und in einer Installation integriert.

Sie besteht, neben den sechs Zeichnungen, aus einem Aufbau, ähnlich einem Altar, bekleidet mit rotem Samt.

Auf ihm stehen sechs größere Gläser mit weißen Gänsefedern. Gänsefedern deshalb, weil Gänse sehr wachsam sind und wir sollten alle sehr wachsam sein und alles Mögliche dafür tun, damit so etwas wie Krieg nie wieder passiert.

Auf einem etwas erhöhten Sockel liegt das Buch von Martin Roemers.

The eyes of war - Installation (Details)
   
Detailansichten der Installation (einzelnes Glas und das Buch von Martin Roemers auf dem Podest).
     
     
Wertes Leben - Installation   Die neue Installation
"Wertes Leben"
ist fertig.

Sie wird vorraussichtlich Teil einer Gemeinschaftsausstellung, mit 13 weiteren Künstler*innen zum Thema "Menschenrechte" sein.
Initiiert wird das Projekt von Künstler*innen des "Oberhessischen Künstlerbundes e.V." und des "BBK Marburg-Biedenkopf e.V.".

Die Ergebnisse der künstlerischen Auseinandersetzungen werden sich in vielen ausdrucksstarken Kunstwerken wieder finden.

Die Installation (Abbildungen links) behandelt den Teilaspekt, der Vererbung und der  "Rassenhygiene". Da ich mit einem Gendefekt geboren wurde, thematisiere ich den Gedanken, was hätte passieren können, wenn ich in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt hätte.



Museums-Tipp:
Von 1940 bis 1945 wurden in Deutschland und Teilen des besetzten Europas an die 300.000 als behindert und psychisch krank eingestufte Menschen ermordet.
Die "Vitos" Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Gießen hat sich ihrer Verantwortung gestellt und ein Museum etabliert, in der nicht nur der Wandel der psychiatrischen Therapie und Forensik dokumentiert wird, sondern auch ein besonderer Schwerpunkt auf den Verbrechen des Nationalsozialismus liegt.
Infos unter:
Psychiatriemuseum "Vitos" Gießen

     
     
  Die Installation "Jeder Stein ein Leben" nach einer Idee von meiner Frau Anette Köhler. Eine Installation mit 20.000, mit Vornamen beschriebenen und 10.147 unbeschriebenen Kieselsteinen. Sie sagt dazu:

"Im Rahmen der Euthanasie des NS Regimes,  wurden ca. 300.000 Menschen getötet. Das Bundesarchiv hat eine Liste mit 28.000 dieser Opfer der NS-"Euthanasie", zu denen im Bundesarchiv-Bestand R 179 Patientenakten vorliegen, veröffentlicht. Ich möchte, dass dies nicht nur eine Zahl bleibt. Mit meinem Kunstwerk möchte ich, dass diese Opfer, zumindest teilweise, einen Namen bekommen und dass die Zahl der Getöteten im wahrsten Sinne „begreifbar“ wird.

Thomas hat die Vornamen von 20.000 Opfer auf Marmorkiesel geschrieben. 10.147 bleiben unbeschrieben. Die Kieselsteine haben wir in weiße Säcke gefüllt und die beschriebenen ausgeschüttet. Die restlichen stehen in offenen Säcken daneben. 

Dazu wird die Liste des Bundesarchivs (als Buch gebunden) auf einem kleinen Pult ausgelegt.

Da ich selbst schwerbehindert bin (Tetraspastik), wäre ich wahrscheinlich auch unter den Opfern gewesen. Ferner möchte ich auch zum Nachdenken anregen, was gerade wieder in unserer Gesellschaft passiert (Antisemitismus, Rassendiskriminierung, Ausgrenzung von Minderheiten etc. )."
     
Quelle: www.bundesarchiv.de / Euthanasie im Dritten Reich / Das Bundesarchiv erleichtert Recherche nach Opfern

 

Thomas Wörsdörfer ist Mitglied im:
     
Oberhessischer Künstlerbund
Der OKB ist in seinen Heimatstädten Gießen und Wetzlar verankert und vertritt Künstlerinnen und Künstler aus dem Kreis Gießen und dem Lahn-Dill-Kreis, dem Vogelsbergkreis, dem Wetteraukreis, dem Kreis Hochtaunus und Marburg-Biedenkopf.
     
  BBK Marburg-Mittelhessen
Regionalverband des BBK Hessen (Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Landesverband Hessen e.V.).
     
  Wetzlarer Kunstverein
Zwischen Tradition und Avantgarde bewegt sich der Wetzlarer Kunstverein.
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